Häufige Fragen

Antworten von Cornelia Neuhaus, Projektleiterin «Bewegter Lebensstart»

Kleinkinder sind grundsätzlich sehr lebendig und haben einen grossen Bewegungsdrang. Braucht es wirklich Fördermassnahmen?
Ich beobachte auf den Spielplätzen manchmal Mütter, die ihre Kinder auf die Geräte heben und denke dabei: Lass es doch diese Bewegungserfahrung selbst machen! Vielen Kindern wird schon früh zu viel abgenommen und verunmöglicht. Ein Beispiel: Babys werden von ihren Eltern oft vom Rücken auf den Bauch gedreht. Dabei kann man Säuglinge mit einfachen Tricks zu mehr Aktivität anregen. Wir möchten den Eltern Tipps geben, wie sie die Drehung von der Rücken- zur Bauchlage und viele andere kleine Alltagsbewegungen aktiv mitgestalten können, und dies ohne Mehraufwand.

Ältere Kinder haben oft ein straffes Wochenprogramm. Geht ein Programm wie dasjenige von «Bewegter Lebensstart» nicht in dieselbe Richtung? Und überfordert dies die Kleinsten nicht?
Wenn man den natürlichen Bewegungsdrang der Babys anschaut, sieht man, dass wir mit «Bewegter Lebensstart» auf dem richtigen Weg sind. Kinder leiden, wenn sie überfordert werden – aber auch, wenn sie unterfordert sind. Bewegungsförderung sollte im Alltag stattfinden, was leider nicht mehr selbstverständlich ist. Ich glaube auch, dass Kinder, die im frühen Leben ausreichend Bewegung haben, später im Sport weniger schnell überfordert sind. Ich möchte den Eltern das grosse Know-how zur Verfügung stellen, das bei uns im Spital und bei den einzelnen Fachpersonen vorhanden ist. Wir können Mütter und Väter dabei unterstützen, Ihre Kinder mit wachen Sinnen wahrzunehmen und sie aufklären, wie sie ihre Sprösslinge fordern können, ohne sie zu überfordern.

Was unterscheidet "Babyfit" von anderen Angeboten wie zum Beispiel dem Babyschwimmen?
Die bereits existierenden Angebote zur Bewegungsförderung sind wertvoll. In den meisten Kursen erfährt man allerdings wenig über die Entwicklung des Kindes und darüber, wie der Entwicklungsstand bei der Bewegungsgestaltung berücksichtigt werden kann. «Bewegter Lebensstart» soll kein Ersatz für die bestehenden Angebote sein, sondern eine Ergänzung. Wir möchten über die Hintergründe der Entwicklung informieren, um eine nachhaltige Verankerung des gesunden Verhaltens im täglichen Leben zu erreichen. Wir wollen den Eltern aufzeigen, weshalb es wichtig ist, bestimmte Bewegungsmuster zu fördern. Sie sollen das Wissen dafür selbst in die Hand bekommen. So können Mütter und Väter auch erfahren, dass die Arbeit mit Kindern sehr viel Freude bringt, auch wenn sie oft sehr fordernd ist.

Worauf sollten Eltern mit Kleinkindern achten, damit sie ihnen eine möglichst gute Entwicklung ermöglichen?
Wenn Eltern ihr Kleinkind beobachten, lernen sie viel über seine Entwicklung. Unser Ziel ist es, dass Eltern Ihrem Kind Freude am Essen und an Bewegung vermitteln. Das Kleinkind soll seine körperlichen Fähigkeiten zusammen mit den Eltern positiv erleben. Es soll Zeit und Gelegenheit haben, Neues auszuprobieren. Das Essen mit den Händen zum Beispiel ist für Babys eine wichtige Erfahrung. Die Eltern sollten solche Erlebnisse nicht von Beginn weg verhindern. Das Gleiche gilt für die Bewegung. Wir zeigen den Eltern, wie sie mit kleinen Veränderungen im Alltag ihre Kinder unterstützen können. Wie vorhin angesprochen, kann ein halbjähriges Baby bei der selbstständigen Drehung auf den Bauch unterstützt werden. Ein einjähriges Kleinkind kann selbst an einem Hocker oder einer Kiste aufstehen, und ein achtzehnmonatiges Kind kann selbst die Treppe hinauf- und hinuntersteigen, wenn die Mutter oder der Vater dabei ist.

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