Ernährung nach dem ersten Geburtstag

Ab dem ersten Lebensjahr möchte Ihr Kind dazugehören! Es kann, sobald es selber sitzen kann, am Familientisch teilnehmen. Sie dürfen Ihrem Kind die gleichen Speisen wie den anderen Familienmitgliedern geben. Ob Fruchtjoghurts, Birchermüsli, Fischstäbli, einfach alles, was Ihr Kind schon beissen oder am Gaumen zerdrücken kann. Achten Sie darauf, keine stark gewürzten oder gesalzenen Lebensmittel zu geben und immer kleine Stückchen anzubieten, damit Ihrem Kind, falls es sich verschlucken sollte, nichts im Hals stecken bleibt. Verschiedene Getreideprodukte in Bisquitform (Microc, Hirsekringel, Babykekse etc.) lösen sich gut auf. Diese können zum Beispiel als Zwischenmahlzeit abgegeben werden.

Wählen Sie:
Mehr Kohlenhydrate als für Erwachsene >>
Trinken, trinken, trinken! >>
Regelmässigkeit beim Essen >>
Negative Aufmerksamkeit vermeiden >>
Vorbildfunktion auch beim Essen >>
Essen nie als Belohnung einsetzen >>
Kein Süssigkeitenverbot >>
Zahnpflege >>

Mehr Kohlenhydrate als für Erwachsene
Kinder sind immer in Bewegung und brauchen daher im Vergleich zu Erwachsenen einen höheren Anteil Kohlenhydrate im Essen. Eine Kindermahlzeit setzt sich aus 2/3 Kohlenhydraten und 1/3 Ballaststoffen zusammen. So bekommen Kinder genügend Energie. Ist Ihr Kind jedoch eher gemütlich unterwegs, sollten Sie die Kohlenhydrate reduzieren. Versuchen Sie Ihrem Kind möglichst viele «gute» Kohlenhydrate in Form von Nudeln (auch mal aus Dinkel oder Vollkorn) zu geben. Aber Achtung, der Sättigungsgrad von Vollkornprodukten ist um einiges höher. Ihr Kind kann also nicht dieselbe Menge wie bei normalen Teigwaren essen. Gute Kohlenhydratlieferanten sind auch Kartoffeln, Reis oder Ebly. Verzichten Sie im Alltag auf frittierte Speisen. Diese sollten etwas Besonderes bleiben.

Trinken, trinken, trinken!
Viele Kinder vergessen zu trinken. Der Durst meldet sich meist nicht so heftig, wie der Hunger. Geben Sie Ihrem Kind deshalb realistische Trink-Ziele vor. Zum Beispiel 1 Glas (1dl) zu jeder Hauptmahlzeit und bis am Abend die Trinkflasche (0.5dl) leer. Die optimale Menge für Ihr Kind finden Sie mit der Zeit heraus. An heissen Tagen und bei erhöhter Aktivität ist es mehr und an kühlen, eher ruhigen Tagen allenfalls etwas weniger. 

Regelmässigkeit beim Essen
Damit Kinder ein gesundes Verhältnis zum Essen entwickeln, brauchen sie Beständigkeit. Die Mahlzeiten sollten regelmässig und in vertrautem Umfeld eingenommen werden. Wichtig ist auch, dass Sie klare Tischregeln definieren. Regeln bei Tisch sorgen für eine angenehme Atmosphäre, in der Eltern und Kinder gemeinsam in Ruhe ihr Essen geniessen können. Sinnvolle Regeln könnten zum Beispiel sein: Vor dem Essen Hände waschen; wir fangen erst mit dem Essen an, wenn alle am Tisch sitzen; jeder isst von seinem eigenen Teller; niemand wird gezwungen, seinen Teller leer zu essen; wir essen mit dem Löffel oder wir bleiben sitzen, bis alle anderen Kinder fertig sind. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, diese Regeln zu lernen, es gibt immer Situationen, in denen nicht immer alle Regeln in der letzten Konsequenz angewendet werden können. Seien Sie also auch mal flexibel. Reagieren Sie situativ, aber immer innerhalb der gesetzten Leitplanken. Das Essen sollte auf keinen Fall zu einem Stressfaktor werden.

Familientisch ist wichtig
Definieren Sie möglichst eine Mahlzeit pro Tag (egal welche!) als Familienmahlzeit, bei welcher alle zusammen am Tisch sitzen. Bei diesen Mahlzeiten gibt es etwas für Jeden. Eine zweite Mahlzeit am Tag sollte die Kindermahlzeit sein, bei welcher das Kind im Vordergrund steht. Später können Sie dann die dritte Mahlzeit am Tag als Erwachsenenmahlzeit einführen, bei welcher die Erwachsenen im Vordergrund stehen und Ihr Kind auch lernen muss, zu warten. So könnten Sie zum Beispiel das Mittagessen die Kindermahlzeit und das Abendessen die Familienmahlzeit sein. Ein- bis zwei Mal pro Woche könnten Sie ein Abendessen als Erwachsenenmahlzeit geniessen.

Negative Aufmerksamkeit vermeiden
Am Familientisch sollten Sie Machtkämpfe vermeiden. Lassen Sie sich gar nicht erst darauf ein. Kinder haben lieber negative Aufmerksamkeit, als gar keine. Loben Sie, wenn Ihr Kind etwas gut macht, aber mäkeln Sie nicht  daran herum, wie es den Löffel hält. Tischmanieren werden eher vorgelebt, als anerzogen. Einige klaren Regeln helfen, Diskussionen zu vermeiden und Stress am Tisch zu verhindern. Der Teller muss nicht leer gegessen werden, aber die nächsten drei Stunden gibt es nichts mehr, auch kein Darvida oder einen Apfel. Das Kind soll lernen, sich während den Mahlzeiten satt zu essen. Denken Sie daran: die Zwischenmahlzeiten sollen nicht sättigen. Sie sind dazu da, die fast leeren Kalorienspeicher aufzufüllen. 

Vorbildfunktion auch beim Essen
Ihr Kind orientiert sich auch in Punkto Essen an Ihnen. Leben Sie ihm also die gesunde und abwechslungsreiche Ernährung vor. Essen ist etwas Sinnliches. Je natürlicher und unverkrampfter Sie mit unterschiedlichen Speisen und dem Essen im Allgemeinen umgehen, desto einfacher ist es für Ihr Kind.
Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Kind die Möglichkeit geben, bei der Vorbereitung der Speisen aktiv mitzuhelfen. Kräuter zupfen, Teig kneten, die Suppe umrühren. etc.. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Kochen und Essen Spass machen. Es wird Sie nachahmen.

Essen nie als Belohnung einsetzen
Das Essen soll weder Belohnung noch Bestrafung sein. Geben Sie Ihrem Kind also keine Süssigkeiten, wenn es etwas besonders gut gemacht hat. Im Allgemeinen gilt: Kinder sollen Süsses bekommen, aber mit Mass. Eine sinnvolle Vorgabe ist eine Kinderhand voll Süssigkeiten pro Tag. Trotzdem: Es soll etwas Besonderes bleiben, wenn es mal ein Glacé oder ein Schoggistängeli gibt.

Kein Süssigkeitenverbot
Werden Süssigkeiten verboten, wird diese Tabuzone irgendwann mal so spannend, dass das Kind unbedingt diese Welt erleben will. Und hat es erst mal von der verbotenen Frucht gekostet, riskieren Eltern mit Verboten nur trotzige Gegenreaktionen. Lernen Sie Ihrem Kind also lieber von Beginn an einen massvollen Umgang mit Süssem.

Zahnpflege
Die Pflege der Milchzähne ist genau so wichtig, wie die Pflege der zweiten Zähne. Sind die ersten Zähne schon angegriffen, können auch die zweiten krank werden. Am besten putzen Sie zwei Mal täglich gründlich die Zähne Ihres Kindes. Ein drittes Mal können Sie dann das Kind selbst die Zähne putzen lassen. Abends nach dem Zähneputzen darf nichts mehr gegeben werden. Auch Milch und Muttermilch enthalten Zucker, der die Zähne angreifen kann.














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